Anschreiben richtig beenden 2026: So hinterlässt du einen bleibenden Eindruck
Stell dir vor: Du hast ein richtig starkes Anschreiben geschrieben. Guter Einstieg, überzeugende Mitte, klare Argumentation. Und dann — am Ende — schreibst du: „Ich würde mich über eine positive Rückmeldung freuen."
Schade. Wirklich schade.
Ich sehe das täglich. Hunderte von Anschreiben, die mit einer Mischung aus falscher Bescheidenheit und Passivität enden. Als würde man in einem Vorstellungsgespräch gut performen und dann beim Rausgehen sagen: „Naja, wenn Sie mich wollen würden — wäre nett." Das wirkt nicht überzeugend. Es wirkt unsicher.
Der Schlusssatz eines Anschreibens wird oft als Formalität behandelt. Das ist der größte Fehler. Denn Personalverantwortliche lesen viele Bewerbungen — und was hängen bleibt, ist oft das Letzte, was sie gelesen haben.
Was ist der häufigste Fehler beim Beenden eines Anschreibens?
Lass mich ehrlich sein: Es gibt nicht einen Fehler. Es gibt eine ganze Kategorie davon. Und aus meiner Erfahrung mit tausenden Bewerbenden tauchen immer wieder dieselben Muster auf.
Die häufigsten Schlusssatz-Fails:
- „Ich würde mich über eine positive Rückmeldung freuen." — klingt wie eine Bitte, keine Aussage
- „Ich hoffe, Sie zu überzeugen." — du solltest schon überzeugt haben, nicht jetzt erst hoffen
- „Mit freundlichen Grüßen" als einziger Abschluss ohne Schlussformel — zu karg
- „Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen." — okay, aber recht generisch
- Null Handlungsaufforderung — der Personalverantwortliche weiß nicht, was er jetzt tun soll
Letzte Woche schrieb mir eine Nutzerin aus Wien — sie hatte sich für eine Marketingstelle beworben und nach drei Wochen noch keine Antwort. Wir haben ihr Anschreiben zusammen angeschaut. Inhaltlich stark. Aber der Schluss? Drei Sätze, die alle dasselbe sagten: dass sie sich freuen würde. Keine Energie. Keine klare Aufforderung.
Wir haben den Abschluss umgeschrieben. Zwei Wochen später: Einladung zum Gespräch.
Wie formuliert man den perfekten Schlusssatz?
Hier ist meine Meinung dazu — und die ist bewusst nicht neutral: Ein guter Schlusssatz ist selbstbewusst, konkret und aktivierend. Er gibt dem Personalverantwortlichen das Gefühl, dass er jetzt reagieren möchte.
Die drei Elemente eines starken Abschlusses
1. Eine klare Gesprächseinladung — aktiv formuliert
Nicht: „Ich würde mich freuen, wenn Sie mich einladen würden." Sondern: „Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch, in dem ich Ihnen zeigen kann, wie ich Ihr Team voranbringen kann."
Klingt kleiner Unterschied — ist aber riesig. Ersteres klingt unsicher, letzteres klingt wie jemand, der bereits mit einem Bein im Büro steht.
2. Eine optionale Referenz auf Verfügbarkeit oder nächste Schritte
„Ab dem 1. März stehe ich Ihnen gerne für ein Gespräch zur Verfügung."
Das wirkt professionell und zeigt, dass du die Sache ernst nimmst. (Nur einsetzen, wenn du tatsächlich ab einem bestimmten Datum verfügbar bist — nicht erfinden.)
3. Die richtige Grußformel
„Mit freundlichen Grüßen" ist in Ordnung — aber in vielen Branchen wirkt es inzwischen etwas steif. Je nach Unternehmen und Branche sind auch Varianten wie:
- „Herzliche Grüße" (etwas wärmer, passt zu Startups oder kreativen Unternehmen)
- „Mit besten Grüßen" (neutral, professionell)
- „Freundliche Grüße aus [Stadt]" (persönlich, aber mit Vorsicht)
Bei Konzernen, Behörden oder sehr traditionellen Unternehmen: lieber bei „Mit freundlichen Grüßen" bleiben.
Konkrete Beispielformulierungen für verschiedene Situationen
Für Berufseinsteiger: „Ich freue mich darauf, Ihnen in einem persönlichen Gespräch zu zeigen, wie ich trotz meiner noch kurzen Berufserfahrung einen echten Mehrwert für Ihr Team schaffen kann."
Für erfahrene Fachkräfte: „Gerne erläutere ich Ihnen in einem Gespräch, wie ich mit meiner Erfahrung in der Projektleitung konkret zu Ihren Zielen beitragen kann."
Für Bewerber im Quereinsteiger-Bereich: „Ich bin überzeugt, dass mein Hintergrund in [Branche X] Ihrem Team eine neue Perspektive bietet — und freue mich auf die Möglichkeit, das in einem persönlichen Gespräch zu vertiefen."
(Wenn du gerade einen Branchenwechsel planst, empfehle ich dir auch unseren Artikel über das Anschreiben beim Berufswechsel — da geht es genau darum, wie du dich überzeugend repositionierst.)
Welche Grußformel gehört ans Ende eines Anschreibens?
Das ist eine der meistgestellten Fragen — und ehrlich gesagt auch eine, bei der viele unnötig kompliziert denken.
Die kurze Antwort: „Mit freundlichen Grüßen" ist immer sicher. Aber Sicher ≠ Unvergesslich.
Hier sind meine Empfehlungen je nach Kontext:
| Branche / Unternehmen | Empfohlene Grußformel |
|---|---|
| Konzern, Behörde, Finanzsektor | Mit freundlichen Grüßen |
| Mittelstand, traditionelles Unternehmen | Mit freundlichen Grüßen / Mit besten Grüßen |
| Startup, kreative Agentur | Herzliche Grüße / Beste Grüße |
| NGO, soziale Einrichtungen | Herzliche Grüße |
| Tech-Unternehmen | Beste Grüße / Viele Grüße |
Und noch etwas — bitte kein „Hochachtungsvoll". Das klingt 1987. Wirklich.
Nach der Grußformel kommt dein vollständiger Name. Wenn du digital bewirbt: einfach getippt. Wenn du eine PDF einreichst: du kannst eine digitale Unterschrift einfügen — das wirkt professioneller als rein tippisierter Text.
Was kommt nach dem Anschreiben — und warum ist das wichtig?
Das wird oft vergessen: Der Abschluss des Anschreibens steht nicht allein. Er ist Teil eines Gesamtpakets. Wenn dein Anschreiben stark endet, aber dein Lebenslauf danach enttäuscht — hilft der beste Schlusssatz nichts.
Aus meiner Erfahrung bei EasyCV.AI weiß ich: Viele Bewerber optimieren das Anschreiben, vernachlässigen aber den Lebenslauf. Oder umgekehrt. Beide Dokumente müssen zusammenpassen — im Ton, in der Energie, in der Aussage.
Wenn du zum Beispiel für ein Ausbildungsplatz bewirbst, schau dir unbedingt an, wie ein vollständiges, überzeugendes Anschreiben für Ausbildung aufgebaut sein sollte — inklusive Abschluss.
Und falls dein Lebenslauf noch nicht ATS-optimiert ist: Das ist 2026 kein optionales Feature mehr, sondern Grundvoraussetzung. Unser kompletter Leitfaden zur ATS-Optimierung hilft dir dabei.
Mein Tool-Tipp: Lass KI dir beim Abschluss helfen
Ich gebe zu — ich bin natürlich voreingenommen hier. Aber ich sage es trotzdem, weil ich es wirklich glaube: Wenn du dir beim Formulieren des Abschlusses unsicher bist, probier EasyCV.AI aus.
Wir haben das Tool so gebaut, dass es dir nicht einfach einen generischen Satz hinhaut — sondern auf Basis deines Profils, der Stelle und der Branche einen Abschluss vorschlägt, der zu dir passt. Du kannst ihn dann anpassen, verfeinern, zu deinem machen. Das spart Zeit. Und vor allem spart es dir dieses unsichere Gefühl beim Absenden.
Hunderte Bewerber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben damit schon ihre Anschreiben verbessert — und ich freue mich jedes Mal über Feedback wie „Ich hab endlich eine Einladung bekommen."
Fazit: Der letzte Satz zählt mehr als du denkst
Look — Personalverantwortliche sind beschäftigt. Sie lesen schnell, sie scannen, sie filtern. Aber sie erinnern sich an Bewerbungen, die ein Gefühl hinterlassen. Und der Schlusssatz ist der letzte Moment, in dem du dieses Gefühl kontrollieren kannst.
Mein klarer Rat für 2026:
- Vermeide passive, unsichere Formulierungen wie „Ich würde mich freuen, wenn..."
- Sei konkret und selbstbewusst — nenne ein Gespräch, eine Handlung, einen nächsten Schritt
- Wähle eine Grußformel, die zum Unternehmen passt — nicht immer dieselbe Standardformel
- Unterschreibe mit deinem vollständigen Namen — klingt banal, wird aber oft vergessen
Der Rest? Übung. Je mehr du schreibst, desto natürlicher fühlen sich diese Formulierungen an. Und wenn du mal feststeckst — weißt du, wo du mich findest.